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René Kollo und die Groll-Sänger begeistern ein großes Publikum

Nahezu vollbesetzte Halle Münsterland erlebte Sternstunde der Musik

Kreis Borken / Münster. Der große Auftritt zusammen mit dem bekannten Tenor René Kollo wurde am Freitagabend in der vollbesetzten Halle Münsterland für die in der Chorgemeinschaft Groll zusammengeschlossenen Chöre ein überwältigender Erfolg. Nicht nur, dass der Star-Tenor das Publikum gleichsam von den Stühlen riss, auch die über 200 Sänger des Mgv Concordia Heiden, des Bocholter Quartettvereins, der Chorgemeinschaft Dülmen und des Männergesangvereins Germania Buldern, die die Chorgemeinschaft Groll bilden, begeisterten das aus allen Teilen des Münsterlandes angereiste Publikum.

Für manchen Konzertbesucher begann freilich der große Galaabend mit dem Star-Tenor René Kollo mit Verspätung. So blieben zahlreiche Heidener und die drei bereits um 18 Uhr in Richtung Münster gestarteten Busse im Verkehrschaos an der Münsteraner Autobahnausfahrt stecken –nach knapp zweieinhalbstündiger Fahrt war man gegen 20.30 Uhr am Ziel, hinter verschlossener Tür konnte man zum Konzertauftakt Albert Lortzings Chor der Schmiedegesellen aus dem „Waffenschmied“ hören, mit dem die Chorgemeinschaft Groll, begleitet vom Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen unter der Leitung von Chordirektor Otto Groll das Galakonzert eröffnete.

Das fast bis auf den letzten Platz besetzte Haus erlebte einen Streifzug durch Oper, Operette und Folklore, der seinesgleichen sucht. Zweifellos war der brillante Tenor René Kollo mit seinen Arien, wie jener des Don José, „Hier an dem Herzen“ von Georges Bizet, der Arie des Max „Nein, länger trag ich nicht“ aus Webers Freischütz, dem Wolgalied aus Franz Lehars „Zarewitsch“ oder dem immer wieder gewünschten „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Lehars „Land des Lächelns der Star des Abends.

Die Sänger der Chorgemeinschaft Groll hatten indes kaum Anlass, nicht ebenso im gleißenden Rampenlicht dieses mit musikalischen Leckerbissen gespickten Abends zu stehen. Unter der Leitung von Otto Groll begeisterten sie das Publikum nicht nur mit bekannten Kompositionen aus Oper, Operette und Folklore. Im ersten Teil des Konzertes waren es nicht zuletzt die Bearbeitungen von Quirin Rische, die besonders herausragten; im zweiten Teil waren es Kompositionen und Bearbeitungen von Chordirektor Otto Groll, die aufhorchen ließen: „Amapolita“ und „Mexiko“, begleitet von einem furiosen Otto Groll am Flügel und der Rhythmusgruppe der C:D:; „Herrlicher Baikal“ und „Mariquinha“ mit René Kollo als Solist. Aber auch der Bocholter Bariton Edwin Jansen im Chor der Gefangenen und Weissagung aus „Nabucco“ von Verdi und der Tenor Anton Denker in Otto Grolls „Die Warjag“ machten deutlich, dass die Chorgemeinschaft Groll über vorzügliche Laiensolisten verfügt. Das begeisterte Konzertpublikum wurde für seinen tosenden Beifall sowohl von René Kollo als auch von der Chorgemeinschaft Groll nach einem zweieinhalbstündigen Konzert mit Zugaben belohnt.

Borkener Zeitung, 15. Oktober 1979


René Kollo ließ sich nach seinem Auftritt feiern – rechts Chordirektor Otto Groll

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