Berichte

Dülmener Sangeskultur im Welterbe

Die diesjährige Herrentour der Chorgemeinschaft Dülmen führte ins Obere Mittelrheintal

VON REIMUND MENNINGHAUS

Dülmen. Alle zwei Jahre bricht die Chorgemeinschaft Dülmen auf zu einer mehrtägigen „Herrentour“. In diesem Jahr ging es von Samstag bis Montag ins Obere Mittelrheintal, das seit 2002 zum WeItkulturerbe der UNESCO zählt. Neben Gesangsauftritten im Sonntagshochamt in der St.-Severus-Kirche am Bopparder Marktplatz und auf der Bühne beim Weinfest der Winzerstadt, das sich über zwei Wochenenden erstreckt. besuchten die Chorgemeinschaftler und mehrere mitreisende Gäste auch die Jagdhütte ihres Sangesbruders Wolfgang Beine und auf dem Rückweg den größten Kaltwassergeysir der Welt in Andernach am Rhein. Wolfgang Beine war es auch gewesen, der die Idee zu dieser Herrentour gehabt hatte; gerne wollte er seinen Sangesfreunden einmal seine Jagdhütte oberhalb von Rheins zeigen und einen Einblick geben in sein 600 Hektar großes Jagdrevier, das er seit 15 Jahren pflegt. Im Beisein seiner Gäste überreichte er die eindrucksvolle Trophäe eines Zwölfender-Hirsches an den Jagdfreund, der den Hirsch erlegt hatte. Interessiert verfolgten die Dülmener Gäste die Zeremonie, zu der auch das entsprechende Jagdhorn-Signal gehörte. Am nächsten Morgen erhielt der Chor im Hochamt der St-Severus-Kirche in Boppard gleich mehrmals Beifall für seine eindrucksvolle Mitgestaltung der Messfeier. Dieser Applaus galt nicht zuletzt Bernd Schmitz für ein solistisches Mitwirken.

Sonntagnachmittag dann Auftritt auf der Bühne des Bopparder Weinfestes. Im Anschluss an den 20-minütigen Gesang gab es Begegnungen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. So besuchte die aktuelle Bopparder Weinkönigin die Dülmener, die sich nach ihrem Auftritt Riesling von der Anbaulage Bopparder Hamm schmecken ließen. Chorvorsitzender Klaus Demes bedankte sich bei der Majestätin für ihren Besuch – und wurde abends in der Marksburg beim launigen Abend mit mittelalterlichem Barden zum Großherzog geschlagen.

Geschlagen wurden mehrere Male während der Tour auch zwei schwere Edelstahl- Löffel: Gerd Wielens begleitete damit rhythmisch das Akkordeonspiel von Achim Bednarz, der immer wieder sein Instrument griff und den geselligen Gesang untermalte.

Streiflichter, 02. Oktober 2019

Hier können Sie weitere Berichte auswählen